Die „Transformation unserer Welt“: Sustainable Development Goals und wie Sie dazu beitragen können

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Sustainable Development Goals (SDGs), Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. „Was hat das mit mir zu tun?“ fragen Sie sich vielleicht. Sehr viel, behaupte ich. Bevor ich konkret werde, erlauben Sie mir, ein wenig auszuholen.

Im Jahr 2000 wurden von einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der UNO, der Weltbank, der OECD und mehreren Nichtregierungsorganisationen die 8 Milleniumsziele formuliert und auf dem sogenannten Millenniumsgipfel beschlossen. Sie galten für die Länder des Globalen Südens (Entwicklungs- und Schwellenländer) und sollten diese in ihrer ökonomischen und sozialen Entwicklung an die prosperierenden Länder des Nordens heranführen. 2015 liefen diese Ziele aus. Ihnen folgen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die im bisher größten Planungs- und Konsultationsprozess der Geschichte der Vereinten Nationen entwickelt wurden. Alle 193 UN Mitglieder einigten sich Anfang August 2015 auf die

„Transformation unserer Welt: Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“

Diese Agenda 2030, die am 25. September 2015 im Rahmen des UN Sustainable Development Summit in New York von Staats- und Regierungschefs aus allen Ländern verabschiedet wurde, gilt für  alle Staaten dieser Erde.

Diese universelle Gültigkeit und der ganzheitliche Entwicklungsansatz, der Wirtschaft, Soziales und Ökologie gleichrangig berücksichtigt, und dabei auch die Wahrung der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Good Governance, Frieden und Sicherheit einfordert, macht die Agenda 2030 zu einem Novum. „Lasse niemanden zurück“ lautete das Motto für den damaligen UN-Generalsekretär Ban Ki-moon.

Eines der wesentlichen Anliegen der SDGs ist die Beendigung der Armut „in allen Formen und überall in der Welt“, während gleichzeitig unsere Ressourcen geschützt werden. Die extreme Armut betrifft derzeit rund eine Milliarde Menschen, die mit weniger als 1,11 Euro pro Tag auskommen müssen.“

Die 17 Sustainable Development Goals SDGs

Die „Transformation unserer Welt“: Sustainable Development Goals und wie Sie dazu beitragen können
  1. Armut in all ihren Formen überall beenden
  2. Hunger beenden, Lebensmittelsicherheit und verbesserte Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern
  3. Gesundes Leben sicherstellen und das Wohlergehen für alle Menschen in jedem Alter fördern
  4. Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung sichern und die Möglichkeit für lebenslanges Lernen für alle fördern
  5. Geschlechtergerechtigkeit und Empowerment für alle Frauen und Mädchen
  6. Verfügbarkeit und nachhaltiges Management von Wasser und sanitären Einrichtungen sowie Abwassersystemen sichern
  7. Zugang zu leistbarer, zuverlässiger, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern
  8. Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, volle und ertragreiche Erwerbstätigkeit und menschenwürdige Arbeit für alle erreichen
  9. Belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovation unterstützen
  10. Ungleichheit innerhalb und zwischen den Ländern verringern
  11. Städte und Siedlungen inklusiver, sicherer, widerstandsfähiger und nachhaltiger gestalten
  12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsstrukturen sichern
  13. Vordringlich Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen
  14. Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne der nachhaltigen Entwicklung erhalten und nutzen
  15. Ökosysteme der Erde schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern. Wälder nachhaltig bewirtschaften, die Verwüstung bekämpfen und unfruchtbares Land wieder beleben und den Verlust der Biodiversität stoppen
  16. Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zu Justiz ermöglichen und wirksame, zuverlässige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen
  17. Mittel zu Umsetzung und Wiederbelebung der globalen Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung stärken.

Die SDGs sprechen Staaten, Unternehmen und die Zivilgesellschaften an. Wir alle sind aufgefordert, da wo wir wirksam werden können, an der Transformation hin zu weniger Ressourcenverbrauch und weniger Armut mitzuarbeiten. Als Unternehmerin, als Bürger, als Politikerin, als Verwaltungsbeamter, als Beraterin, als Manager.

SDGs in österreichischen Unternehmen

Das Österreichische Bundeskanzleramt verpflichtet mit „Nachhaltige Entwicklung – Agenda 2030 / SDGs“ die Ministerien zu kohärenter Umsetzung der Ziele. Politische Vorgaben sind unbestritten notwendig, um die Rahmen zu setzen, Inspiration zu geben und Kooperationsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Aber – und nun komme ich wie versprochen zur Konkretisierung meiner Antwort: Ein derart ambitioniertes globales Vorhaben braucht Initiativen aus der Praxis, aus den Unternehmen, vor Ort in den Regionen.

Viele österreichische Betriebe haben längst erkannt,  welche Vorteile freiwillige Managementsysteme für ihre Umwelt- und Nachhaltigkeitsagenda bieten und dass diese zum handfesten ökonomischen Erfolg beitragen. Für diese Unternehmen ist es möglich, SDG-Anforderungen in das Managementsystem zu integrieren und positive Impacts zu generieren. Dazu sind die Anspruchsgruppen neu zu definieren und deren Anforderungen ebenfalls in die Prozesse im Unternehmen einzubeziehen. Wie dies in der Praxis gut gelingen kann, zeigt unser langjähriges Vereinsmitglied Austria Glas Recycling vor, das in stetem Dialog mit den Stakeholdern Prioritäten definiert und gemeinsam mit diesen Entwicklungen vorantreibt.

Unternehmen, die (noch) ohne Umweltmanagementsystem wirtschaften, könnten in den 17 Zielen einen Impuls und hilfreichen Leitfaden sehen und jetzt freiwillig Maßnahmen etablieren, die ihre Verantwortung für Umwelt- und Sozialthemen erhöhen. Sie genießen spätestens dann einen Wettbewerbsvorteil, wenn entsprechende Maßnahmen verpflichtend werden – meist aber auch sofort, weil sie dem steigenden Bedürfnis von KundInnen entgegen kommen, auch sozial verantwortlich zu handeln.

In jedem Fall gilt, da aktiv zu werden, wo es am besten zur unternehmerischen Tätigkeit passt.

Hier einige Beispiele

Ziel 5 fordert Geschlechtergerechtigkeit und Empowerment für alle Frauen und Mädchen. Führungskräfte sehen, dass ihre Mitarbeiterinnen aufgrund familiärer Aufgaben überwiegend in Teilzeitverhältnissen beschäftigt sind und unter Umständen trotz entsprechender Qualifikationen von gewissen Karriereschritten ausgeschlossen sind. Sie möchten auf die Qualifikationen jedoch nicht verzichten und nehmen Ziel 5 zum Anlass, familienfreundliche Karriereplanungen zu entwickeln und/oder die Mitarbeiterinnen bei der Kinderbetreuung zu unterstützen, beispielsweise einen Betriebskindergarten einzurichten.

Ziel 9: Hier – aber auch im Rahmen der GRI Indikatoren – könnte man Maßnahmen zur Infrastruktur setzen bzw. über solche berichten. Als Umsetzungsbeispiel wären Investitionen in Lärmschutz oder bauliche Maßnahmen zu Reduzierung der Auswirkung des Liefer- und Kundenverkehrs zu nennen.

Ziel 13 verlangt, vordringlich Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen zu ergreifen. Ein Unternehmen der Abfallwirtschaft könnte sich hier stark wiederfinden. Es kann – sollte – seine Maßnahmen zur Emissionsreduktion sichtbar machen und deutlicher in den Zusammenhang zum Klimaschutz stellen.

Ziel 17 fordert, Mittel zu Umsetzung und Wiederbelebung der (globalen) Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung zu stärken. Ein Unternehmen mit verschiedenen Standorten kann eine SDG-Arbeitsgruppe in Form eines Stakeholderdialoges einrichten, um Synergien (beispielsweise in der Lieferkette) zu nutzen und wechselseitig von Erfahrungen zu profitieren.

Sicher können Sie für Ihr Unternehmen/Ihr Umfeld bereits die eine oder andere Möglichkeit ergänzen und davon profitieren.

Gerne nehme ich mir Zeit für eine erste Analyse der Potenziale Ihres Unternehmens. Ein kurzes Telefonat könnte ein guter Anfang sein.

Kontaktieren Sie mich

DI Stefan Melnitzky
AUSTRIA RECYCLING
Fon +43 / 1 / 214 56 00
Mail: verein@austriarecycling.at

Wir beraten und unterstützen Sie gerne bei der Entwicklung und Umsetzung Ihrer Umwelt-, Nachhaltigkeits- und SDGs-Vorhaben!

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