Mit Herz und Hirn Ressourceneffizienz fördern

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Unser 4-jähriges Metabuild Projekt wird Ende Februar 2020 abgeschlossen. Aus derzeitiger Sicht konnten alle Projektziele erreicht werden und werden die meisten Kennzahlen sogar übererfüllt.

Über die Ergebnisse im Detail, werden wir im kommenden Jahresbericht ausführlich berichten.

Die Einsparungen die die teilnehmenden Betriebe – unterstützt durch das Beraterteam – direkt erzielen konnten, waren aber nur eines der  Ziele. Zumindest genauso wichtig ist es, auch andere Betriebe – die wir nicht direkt in unser Beratungsprogramm aufnehmen konnten – zu motivieren, sich mit RECP (Resource Efficiency / Cleaner Production) zu beschäftigen. Auch die Betriebe im Beratungsprogramm sollen über das eigentliche Projekt hinaus ihre betriebliche Ressourceneffizienz verbessern.

In einem der letzten Projektmeetings haben wir ausführlich diskutiert, wie das am effizientesten erreicht werden kann. Das Ergebnis war eindeutig: Am besten kann man durch Vorleben und mit positiven Beispielen vorangehen. Dazu hat das Team erfolgreiche Umsetzungen in einfach verständlichen Geschichten beschrieben und zwar mit kurzen Texten, aber auch mit Videobotschaften. Geschichten erzählen war – genauso wie das Vorleben – immer schon ein sehr effektives Mittel um Menschen zum Handeln zu inspirieren. Heute läuft es oft unter dem weiten Begriff des Storytelling. Damit sollen viele weitere Betriebe erreicht werden und zur Umsetzung ähnlicher Maßnahmen angeregt werden.

Hier einige Bespiele, verfasst von den Teammitgliedern von METABUILD– vielleicht regt es auch Sie zum Nachmachen an. (Die öfters verwendete Abkürzung MB steht für METABUILD).

Isolierung der Wärmekammer

(von Pranab Chakma, Local Expert; Bangladesh)

Die METABUILD -Teammitglieder untersuchten den Produktionsprozess bei „Automation Engineering and Controls Ltd“, Chittagong, Bangladesch, um Möglichkeiten zur Reduzierung des aktuellen Verbrauchs an Ressourcen zu identifizieren.

Das Hauptprodukt des Unternehmens sind Transformatoren (von 50KVA bis 3000KVA). Nach der vollständigen Montage der Transformatoren kommen sie in einen elektrisch betriebenen Wärmeschrank (30 KW) zur Beendigung des Trocknungsprozesses. Zum Zeitpunkt der Beurteilung stellte das MB-Team fest, dass die Oberflächentemperatur an den Kanten des Wärmeschranks unerwartet hoch war (um 140⁰). Nach der ersten Bewertung legte das MB-Team einen Vorschlag zur Verbesserung der Isolierung der Heizkammer vor, um den Wärmeverlust zu minimieren.

Bei einem Folgebesuch in der Firma etwa einen Monat später, begrüßten die Mitarbeiter des Unternehmens das MB-Team herzlich und zeigten die Verbesserungen stolz vor. Sie hatten die Heizkammer umgestellt, sodass sie besser zugänglich wurde und die Dichtung und Isolierung neu strukturiert. Während zuvor die Oberflächentemperatur an einigen Stellen der Kammer bei 140⁰ bis 150⁰ lag, ging sie nach der neuen Isolierung auf etwa 65⁰ zurück. Da die Wärmekammer durchgehend  (72 Stunden für eine Phase) betrieben werden muss, ist durch die Reduzierung der Wärmeverluste ein effizienterer Stromverbrauch gewährleistet. Auch die Belastung der Mitarbeiter durch die starke Wärmeabstrahlung der Kammer wurde deutlich reduziert. Die ungefähren Geldeinsparungen werden bei rund 35.000 BDT pro Jahr liegen.

Für die Mitarbeiter des Unternehmens waren die Ergebnisse unerwartet positiv und sie waren überrascht, dass einige kleine Änderungen den Produktionsprozess effizienter und produktiver machen konnten und mit wenig Investitionen beträchtliche Einsparungen zu erzielen sind.

Verbesserung der Druckluftanlage

(von Upendra Arjeewani; Local Expert, SriLanka)

Ceylon Steel Cooperation Sri Lanka ist das älteste und eines der größten Stahlunternehmen in Sri Lanka. Da dies der größte und bekannteste Akteur in der Stahlindustrie des Landes ist war die Teilnahme am METABUILD-Projekt wichtig um auch andere Unternehmen zu motivieren, am Projekt teilzunehmen.

Unseren ersten Besuch im Jahr 2015 haben wir das Initial Assessment durchgeführt. Bei der Bewertung stellten wir fest, dass es große Leckagen im Druckluftsystem gab. Außerdem wurden 3 Kompressoren (zwei für Grundlast und einer für Teillast) ineffizient eingesetzt.

MB Team hat die Dichtheitsprüfung im Druckluftsystem durchgeführt, die Leckagen identifiziert und aufgezeigt wie sie zu beheben sind. Für den dann verbleibenden (tatsächlichen) Bedarf wurde empfohlen die Kompressoren neu auszulegen. D.h., zwei Kompressoren zu verwenden; einen für die  Grundlast und den zweiten für Teillast. Den meisten Betrieben ist nicht bewusst, dass Druckluft eine der teuersten Energieformen darstellt.

Durch diese Implementierung sparte das Unternehmen jährlich 691.700 kWh und das ergab mehr als 7 Millionen LKR Einsparungen für das Unternehmen. Dies ist die größte absolute Einsparung aller an MB teilnehmenden Betriebe  in Sri Lanka

Energieeffiziente Motoren

(Shakib Ahmed; Local Expert, Bangladesh)

Sunny Metal Company in Bangladesh stellt Metallprodukte her und verwendet dazu Elektromotoren. MB Team diskutierte die Option, einen energieeffizienten „Drahtzieh-Elektromotor“ zu installieren. Die Geschäftsführung wollte lernen, wie man die Leistung der Motoren berechnet und wie man die entsprechenden Messgeräte bedient.

Das Unternehmen konnte nun den aktuellen Wirkungsgrad der Motoren und die Betriebskosten sowie die Einsparungen durch Energiesparmotoren selbst berechnen (z.B. haben E2, E3, E4-Motoren jährliche Stromkosten von x und die Amortisation muß mit einem Standard – d.h. einem nicht energieeffizienten – Gerät verglichen werden).

Die Geschäftsführung war begeistert und und wird ein entsprechendes Messgerät kaufen, damit sie den Motorwirkungsgrad selbst berechnen kann.

Das Unternehmen war bereits im Vorfeld überzeugt, dass RECP ein guter Ansatz ist und hat bereits gute Ergebnisse erzielt (Stromersparnis, verbesserte Arbeitsbedingungen, weniger Verschwendung….). Aber der nächste Schritt – die Einbeziehung von RECP-Strategien in Anschaffung neuer Motoren/Anlagen und die Betrachtung der laufenden Kosten und nicht nur der Kosten der Erstanschaffung war ihnen noch nicht in den Sinn gekommen, da in KMUs in Bangladesch dieses Konzept noch weitgehend unbekannt ist. Das ist ein gutes Beispiel dafür, den RECP-Ansatz auf die nächste Stufe zu heben. Die Idee könnte von anderen Unternehmen einfach kopiert werden.

Sehen Sie selbst

Ähnliche Geschichten haben wir auch als kurze, einfache Videobotschaften und zwar von unseren BeraterInnen oder aber von Kunden (den teilnehmenden Betrieben selbst). Lautstärke dafür bitte etwas aufdrehen.

Hören Sie einen Betriebsinhaber über 40 Punkte für Effizienz sprechen (1:21)

 

und eine der Metabuild-BeraterInnen über Better Relationships through Noise Barriers (3:10)

 

Der nächste Schritt ist nun, diese Geschichten der Zielgruppe sowie einer möglichst breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und viele weitere Unternehmen von der einfachen Umsetzbarkeit zu überzeugen und damit zum Nachmachen zu begeistern.

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